Erster Sieg in Singapur: Verstappen vergoldet 250. Grand Prix
Unaufhaltsam zum Premierensieg: Max Verstappen hat den 250. Grand Prix seiner Formel-1-Karriere mit dem erstmaligen Triumph im Nachtrennen von Singapur vergoldet. Der viermalige Weltmeister feierte in der schweißtreibenden Hitze einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg, jubelte nach Malaysia über den zweiten Erfolg nacheinander - und versprüht mit seinem Red Bull endgültig wieder die Dominanz früherer Tage.
Verstappen setzte sich in einem ereignisarmen Rennen vor Ferrari-Pilot Charles Leclerc und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli durch, der trotz Problemen mit seinem Mercedes einen weiteren großen Schritt in Richtung seines ersten WM-Titels machte: Weil George Russell, der nach einem Motorwechsel von Platz 19 startete, im zweiten Silberpfeil nur Neunter wurde, baute Antonelli seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus.
Antonelli führt nun mit komfortablen 102 Punkten vor Russell. Laut derzeitigem Rennkalender sind noch sechs Grand Prix zu absolvieren. Verstappen liegt 119 Zähler hinter der Spitze, die Aufholjagd kommt wohl zu spät.
Weiter hinten jubelte Nico Hülkenberg über ein weiteres Erfolgserlebnis. Nachdem er im Sprint bereits Rang sieben erreicht hatte, schaffte es der Emmericher mit seinem Audi als Achter des Hauptrennens wieder in die Punkteränge.
Verstappen ging mit einer mächtigen Portion Selbstvertrauen in sein Jubiläumsrennen, zu stark hatte er sich in den Sessions zuvor präsentiert. So auch in der Qualifikation, bei der er sich seine erste Pole Position in Singapur und die 50. seiner Formel-1-Karriere gesichert hatte. Der Niederländer sei "eindeutig dominierend", sagte Mercedes-Boss Wolff nach der Zeitenjagd.
"Der wichtigste Teil ist der Start", betonte Verstappen vor dem Rennen, dieser könne für ihn "nicht schlechter", sondern "nur besser" werden. Im Sprint hatte er - wie schon zuletzt in Malaysia - schließlich schnell Platz eins verloren, das sollte sich nicht erneut wiederholen. Bei Temperaturen um die 30 Grad und ohne den befürchteten Regen schien Verstappen dann tatsächlich wieder die Führung zu verlieren, Leclerc war in seinem Ferrari schon auf gleicher Höhe. Doch der Niederländer behauptete auf der Bremse seine Position.
Von den Top sechs setzte lediglich der auf Platz drei gestartete Hamilton auf Mediums statt Softs, und in der Anfangsphase bekam der Rekordweltmeister viel Druck von Antonelli zu spüren. Doch weil auf dem Stadtkurs Überholmanöver eine Seltenheit sind, blieben Positionswechsel in den ersten Runden aus.
Während sich weiter hinten Russell Platz um Platz nach vorne arbeitete, setzten sich Verstappen und Leclerc von Hamilton und den weiteren Verfolgern ab. Etwas überraschend war es dann der Ferrari-Pilot, der in Runde 19 als Erster der Spitzengruppe an die Box ging und auf die weichen Reifen wechselte. Antonelli reagierte fünf Runden später und ging auf die Mediums, Leclerc folgte kurz darauf.
In Runde 33 wechselte dann auch Verstappen, und der Niederländer lag schnell wieder über fünf Sekunden vor Leclerc. Als kurz darauf Lance Stroll mal wieder mit seinem Aston Martin ausrollte, kamen Leclerc und Antonelli unter dem Virtuellen Safety Car wieder an die Box. In Runde 46 schnappte sich der Monegasse wieder Platz zwei von Hamilton - der Rückstand zu Verstappen, der am Ende Funkprobleme hatte, war da aber schon zu groß.
M.Tran--RTC