Undav von Beginn an? "Nicht ausgeschlossen"
Drei Tore und zwei Vorlagen in 56 Minuten - einen besseren Joker als Deniz Undav hat die Fußball-WM selten gesehen. Bleibt der Matchwinner nach seinem Doppelpack gegen die Elfenbeinküste (2:1) also in seiner Rolle als Einwechselspieler verhaftet? "Das ist doch top für ihn gerade", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde bei MagentaTV, "viel mehr Entscheider als er kann man nicht sein."
Dennoch sei es "nicht ausgeschlossen", ergänzte Nagelsmann, dass Undav im Gruppenfinale am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Ecuador in East Rutherford in der Startelf stehe. Überhaupt war der Chef voll des Lobes für den Stürmer.
"Das erste Tor, das war super Timing von Deniz, den macht er unfassbar gut, der ist unheimlich schwer", sagte er. "Das zweite ist ein klassischer Deniz Undav." Nach einem "Topball" von Felix Nmecha sei es "brutal" gewesen, wie sich der Torjäger "wegschleicht im Rücken, der Kontakt ist Wahnsinn".
Experte Thomas Müller sah das genauso. "Das ist das Stürmer-Gen! Er nimmt ihn an und weiß, das ist eine Schusssituation - nix Neues bei Deniz. Immer, wenn die Räume aufgehen: Viel Spaß mit Undav."
Also bleibt er Joker, "pusht" die anderen, wie Abwehrchef Jonathan Tah lobend hervorhob, und hält ansonsten still? "Sie können ja mal André Schürrle fragen, ob er glücklich mit 2014 war", sagte Mats Hummels. Schürrle war der Undav der Rio-Weltmeister - und legte im Finale den Siegtreffer von Mario Götze auf.
Vom Titel wollte Nagelsmann aber noch nicht sprechen. "Vor drei Wochen lag noch alles in Schutt und Asche", sagte er und erinnerte seine Elf an seine Vorgabe: "Einfach die Aufgaben abarbeiten, die vor uns liegen."
S.Martin--RTC