SPD-Frauen werfen Union persönliche Angriffe auf Schwesig vor
Nach scharfer CDU-Kritik an Manuela Schwesig spricht die Vorsitzende der SPD-Frauen, Carmen Wegge, von einem systematischen sexistischen Muster. Auslöser ist der Streit über den Umgang mit Bärbel Bas.
Die Bundesvorsitzende der SPD-Frauen, Carmen Wegge, hat der Union sexistische Angriffe auf Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig vorgeworfen. Frauen in Machtpositionen würden nach ihrer Darstellung nicht nur politisch kritisiert, sondern persönlich angegriffen, ihre Kompetenz und Glaubwürdigkeit würden infrage gestellt.
Auslöser war Schwesigs Vorwurf, die CDU sei mit der nach dem Tod ihrer Stieftochter zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas unmenschlich umgegangen. Mehrere CDU-Politiker wiesen diese Darstellung zurück und griffen Schwesig scharf an.
Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, bezog sich beim Deutschlandtag in Bonn auf Schwesigs frühere Unterstützung der Pipeline Nord Stream 2. Er warf ihr vor, sich von Russland kaufen gelassen zu haben, und erklärte, sie könne die Union nicht über Anstand und Haltung belehren.
Bundeskanzler Friedrich Merz verteidigte die CDU ebenfalls. Sachliche Meinungsverschiedenheiten seien legitim, die Bezeichnung des Umgangs als unmenschlich akzeptiere er jedoch nicht. Er kündigte an, dem Koalitionspartner entgegenzutreten, wenn dieser ohne erkennbaren Grund Politik und Zusammenarbeit herabsetze.
Wegge erklärte, ein Führungsstil, der bei Männern als Stärke gelte, werde bei Frauen häufig problematisiert. Die SPD-Frauen ließen sich von solchen Attacken nicht einschüchtern.
T.Cortez--RTC