Rechtsextreme Gruppen wollen in Madrid zu Protestcamp gegen Wohnungsnot vordringen
Inmitten der seit Tagen anhaltenden Proteste gegen die Wohnungsnot in Spanien haben sich am Samstagabend Dutzende Mitglieder rechtsextremer Gruppe im Zentrum von Madrid versammelt. Einige versuchten, das auf der Plaza del Sol von Aktivisten errichtete Protestcamp zu erreichen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Einige aus der Gruppe zeigten den Hitlergruß. Die Polizei verstellte den Rechtsextremen den Weg in das Protestcamp.
Ein auf der Website der spanischen Tageszeitung "El País" veröffentlichtes Video zeigt, wie die Polizei einige Mitglieder der Gruppen durch die Straßen verfolgt, nachdem diese versucht hatten, in das Camp zu gelangen. Unter den rechtsextremen Demonstranten waren auch Vertreter der rechtsextremen Gruppe Núcleo Nacional. Die Gruppe war während der Proteste gegen die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez in Jahr 2024 bekannt geworden.
Am Samstagvormittag waren in Madrid und weiteren spanischen Städten erneut zehntausende Aktivisten für bezahlbaren Wohnraum auf die Straße gegangen. Zuvor hatte das Parlament zwei von der Regierung Sánchez vorgelegte Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot abgelehnt.
Die Protestwelle dauert seit Tagen an. Auslöser war die Zwangsräumung der Mietwohnung der 87-jährigen Maricarmen Abascal am 23. September. Die Rentnerin hatte seit mehr als sieben Jahrzehnten in ihrer Madrider Wohnung gelebt. Nach Angaben des Mieterverbands wollte ein Investor ihre Miete um 275 Prozent erhöhen. Inzwischen wurde eine Einigung über ihre Rückkehr in die Wohnung zu einer niedrigen Miete erzielt.
kbh
F.Abateo--RTC