Volvic wegen irreführender Werbung in Frankreich verurteilt
Die Werbung für "100 Prozent recycelbare" und "CO2-neutrale" Plastikflaschen der Mineralwassermarke Volvic stellt nach Ansicht eines Pariser Gerichts eine Irreführung der Verbraucher dar. Die Richter verurteilten das Unternehmen am Montag zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 75.000 Euro an die französische Verbraucherorganisation CLCV, die Volvic verklagt hatte. Der Lebensmittelkonzern Danone, zu dem Volvic gehört, kündigte Berufung an.
Das Gericht verurteilte Volvic außerdem dazu, das Urteil sechs Monate lang auf der Website des Unternehmens zu veröffentlichen. Die Bezeichnungen "100 Prozent recycelt", "100 Prozent recycelbar" und "CO2-neutral" stellten eine "irreführende Geschäftspraxis" dar, urteilten die Richter. Die Flaschen bestünden nur zum Teil aus recyceltem Plastik. Das bei der Herstellung ausgestoßene klimaschädliche CO2 werde auch nicht vollständig kompensiert.
Die Verbraucherschutzorganisation CLCV begrüßte das Urteil als "historisch". Das Gericht habe sich erstmals mit der Klimawerbung für ein weit verbreitetes Produkt beschäftigt, erklärte die Organisation.
Danone verwies seinerseits darauf, dass die Hinweise auf einer Zertifizierung der Organisation Carbon Trust von 2020 beruhe. Da die Organisation das Zertifizieren jedoch 2023 eingestellt habe, wolle Danone nun "seinen Ansatz überdenken". Der Konzern wolle alles tun, um seine weltweiten CO2-Emissionen bis 2030 im Schnitt um 35 Prozent im Vergleich zu 2020 zu senken.
Y.Schmitz--RTC